Geschichte
Der Name Lichtenberg ist ein typischer Rodungsname und bedeutet "am lichten (baumfreien) Berg".
Historische Schreibweisen:
![]() | 1309 Lichtinbere 1340 Lichtinberg 1361 Liechtenberg |
Lichtenberg besteht aus einer 7 km langen Kette von Einzelgehöften, die sich längs der Straße aneinanderreihen und ist damit ein repräsentatives Beispiel für ein sogenanntes "Waldhufendorf".Fast alle Erzgebirgsdörfer wurden in der Zeit von 1150 bis 1220 von angeworbenen Kolonisten, meist fränkischen Bauern, angelegt. Diese rodeten im Urwald einen schmalen, vom Bach bis zur Gemarkungsgrenze reichenden Landstreifen von 1 bis 2 Hufen Fläche
(1 Hufe = 12 Ruten = 27.194 ha).
1160-70
| Besiedlung durch fränkische Kolonisten. |
1309
| Erste urkundliche Erwähnung. |
1506
| Lichtenberg wird von Freiberg gekauft, wird also "Ratsdorf".
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1643
| Pfarre und Schule durch kaiserliche Truppen unter Piccolomini abgebrannt, um Freiberg ein Signal über die nahende Hilfe gegen die Schwedenbelagerung zu geben
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1838
| Die sächsische Gemeindeordnung erlaubt die Selbstverwaltung der Gemeinde, keine Abgaben mehr an Freiberg.
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1848/49
| Die Lichtenberger Communalgarde marschiert nach Dresden, um die Revolution zu unterstützen. Bei Halsbrücke kehren sie bereits wieder um, weil die Revolution inzwischen vorbei ist.
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1912
| König August der III. besucht Lichtenberg anläßlich der Einweihung der Elektrizitätswerke. Erstes elektrisches Licht in Lichtenberg
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1954/58
| Schwere Hochwasserkatastrophen.
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1967-73
| Bau der Talsperre.
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| 1993 | Eingemeindung der Dörfer Weigmannsdorf und Müdisdorf. |
Weitere historische Informationen finden Sie hier:
Die Gemeinde Lichtenberg - "Bergbauinvestor" seit 1710
Als die Lichtenberger mit dem Bus fahren konnten
Historischer Bergbau - Lichtenberg/Erzgebirge
Der "Beständige Freundschaft Erbstolln" alias "Gotthard Erbstolln"
Historischer Bergbau im Lichtenberger Gangbezirk - Bergbau auf der "Silbernen Scheibe"
Lichtenberger Schulen
140 Jahre "Alte Schleiferei" in Lichtenberg
Die 1871 gegründete Weißenborner Papierfabrik vergrößerte sich schnell und nahm bis 1880 drei Papiermaschinen in Betrieb. Um den Bedarf an Rohstoffen zu decken, beschloss die Direktion eine eigene Holzschleiferei aufzubauen. Der damalige Weißenborner Schlossbesitzer Graf von Hohenthal-Püchau verkaufte das an der Mulde gelegene bebaute Grundstück auf Lichtenberger Flur 1882 an die Papierfabrik. Nach Umbauten durch die Fa. Paschke & Kästner (heute PAMA Freiberg) wurde Ende 1883 mit der Produktion begonnen. Im Gegensatz zu Holzschleifereien, die aus Mühlen hervorgingen und noch ein Wasserrad als Antrieb nutzten, wurde gleich eine leistungsstarke Turbine eingesetzt, die eine hohe Antriebskraft sicherte, sodass gleichzeitig drei Holzschleifer betrieben werden konnten. Das war zu dieser Zeit im Muldetal die modernste und leistungsfähigste Anlage. Zur Schleiferei gehörten noch ein 40 m langer Holzplatz und ein Nebengebäude zum Schälen, Entästen und Schneiden des Fichtenholzes. Das Hauptgebäude umfasste eine Wohnung mit zwei Stuben, Küche und Kammer für den Schleifereiarbeiter, dazugehörig ein kleines Kontor, eine Werkstatt und den großen Schleifraum. Darin waren die Pappenmaschine und drei Pressenschleifer untergebracht. Die Kapazität dieser Einrichtung betrug ca. 300 t trockener Weißschliff pro Jahr. Eine Perspektive hatte diese Anlage aber nicht. Schon in den 1890er-Jahren wandte sich Weißenborn der Feinpapiermacherei zu und nutzte den Holzschliff immer weniger. Ab 1891 vermerkte der Verwaltungsrat im Geschäftsbericht einen starken Preisverfall für den Faserstoff. So etwa ab 1900 bis 1910 hatte Holzschliff vorläufig ausgedient und kam nicht mehr in Weißenborn zum Einsatz. Der Stoff wurde verkauft. Ein einträgliches Geschäft muss das aber nicht gewesen sein. Es gab keine Anbindung an eine Bahnlinie und mittlerweile war auch dieses Werk technisch überholt. Der steigende Kostendruck veranlasste die Direktion, diese „Wasserschleiferei“ 1930 zu schließen und Betriebswohnungen einzurichten. Ins Gespräch kam die „Alte Schleiferei“ nochmals ab 1942. Für die kriegsgefangenen Zwangsarbeiter der Papierfabrik sollte hier ein Ostarbeitslager eingerichtet werden. Daraus wurde aber nichts, es blieb Wohnhaus und seit 1993 ist das Gebäude im Privatbesitz und nur der Name „Alte Schleiferei“ erinnert an die Holzstoffherstellung vor 140 Jahren.
Bild: Die „Alte Schleiferei“ um 1925, Archiv Papierfabrik
Wolfgang Göhler, Weißenborn
Der große Wasserstreit vor 120 Jahren - 1. - 5. Teil
Jagdgenossenschaft Weigmannsdorf-Müdisdorf
Die wechselvolle Geschichte der Talmühle
Vor 120 Jahren begann die Produktion von Holzschliff.
Die Entstehung von Weigmannsdorf und Müdisdorf
1. urkundliche Erwähnung von Weigmannsdorf und Müdisdorf
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